Wir sind viele - auch wenn Du uns nicht siehst | CSD Botschafter_in Mila

2019 CSDCB Botschaft Mila wir sind viele V07 Quadrat webWer auf der Straße oder im Bus unterwegs ist nimmt andere Menschen wahr. Es dauert Bruchteile von Sekunden, in denen wir uns vertraute Muster unbewusst anwenden und andere Menschen kategorisieren, sie also sinnbildlich in Schubladen stecken. Wir urteilen, obwohl wir den Menschen, der uns gegenüber steht überhaupt nicht kennen. Das machen wir (auch), um schnell herauszufinden, ob unser Gegenüber Freund_in oder Feind_in ist.

Körperbau, Kleidung, Bewegung, Sprache und viel mehr, fällt rasant durch unser Wertesystem und schließlich glauben wir zu wissen, wer oder was diese Person ist und haben unser Urteil gefällt. Das beginnt schon mit der Geburt.

Menschen, die auf die Welt kommen, werden leider anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Mädchen oder Junge eingeteilt und in diesen Kategorien/Rollen von ihren Eltern, Nachbarn, Erzieher_innen, Lehrer_innen, Freund_innen geprägt.

Auf die oft nach der Geburt eines Kindes gestellte Frage von Arbeitskollegen oder den Großeltern: "Was ist es denn?" sagt kaum eine Mutti "es ist ein Mensch", sondern "ich habe einen Jungen entbunden" oder "es ist ein Mädchen". Wären die Erwartungen der Gesellschaft und der Anpassungsdruck von Eltern nicht derart hoch, würde es vielleicht leichter sein, cool zu antworten: "Schau'n wir mal, wohin die Reise geht."

Ich kenne viele Personen, deren biologisches Geschlecht nicht mit dem übereinstimmt, was und wie sich diese Menschen fühlen. Trans*-Personen erlebe ich tagtäglich in meinen Netzwerken. Ich kann nur sagen: Wir sind viele, auch wenn Du uns nicht siehst.

Daher engagiere ich mich als CSD-Botschafter_in. Ich möchte einen Beitrag leisten, Trans*-Personen sichtbar zu machen und Trans*-Themen auf die Tagesordnung zu holen. Mir ist es wichtig, dass wir uns austauschen und auf Augenhöhe begegnen. Also bitte keine Pathologisierung von Trans*-Menschen. Ich dulde keine Trans*feindlichkeit.