Grußwort der Bürgermeisterin und Schirmfrau Marietta Tzschoppe

13.05.2019

Grußwort anlässlich des 11. Christopher Street Day in Cottbus

Bürgermeisterin und Schirmfrau Marietta Tzschoppe

Liebe Cottbuserinnen und Cottbuser,

gern habe ich auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft über den Cottbuser Christopher Street Day übernommen, denn er steht für Toleranz, das Recht auf Selbstbestimmtheit und eine weltoffene Gesellschaft. Der CSD ist ein Bekenntnis zur Gleichheit aller Menschen, ganz egal welcher Coleur, welcher Herkunft oder welcher sexuellen Orientierung. Ich freue mich, dass er schon längst mehr ist als ein bloßer Aktionstag und der CSD Cottbus e.V. dauerhaft als Anlaufstelle in unserer Stadt zur Verfügung steht.

 

In der Vergangenheit sind Gesetzeslücken geschlossen worden, mit dem Ziel, gleichartige Lebensverhältnisse für alle zu schaffen. Erst vor zwei Jahren wurde die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partnerinnen und Partner in Deutschland ermöglicht. Seit 2018 ist nun auch die Restriktion auf zwei Geschlechter - Mann und Frau - aufgehoben, und es existiert nun offiziell das so genannten „dritte Geschlecht“ mit der Angabe „divers“. Doch nur weil etwas formal umgesetzt worden ist, wird nicht zwangsläufig die allgemeine Anerkennung der Mitmenschen erreicht. Hier wird noch weitere Aufklärungsarbeit notwendig sein, um Schranken Stück für Stück abzubauen und um Vielfalt wirklich zu leben.

Dies gilt auch für den Wirtschaftsraum Cottbus. Ob im Handwerk, in der Industrie oder im Tourismussektor: Hier muss die Vielfalt als Chance erkannt werden, um den Bedarf an Fachkräften zu decken. Hierfür ist jede Bürgerin und jeder Bürger mit gefordert, eine offene Willkommenskultur zu schaffen, die frei von Vorurteilen ist.

Ja, Menschen sind verschieben. Aber ja, Menschen sind auch gleich. Das muss kein Widerspruch sein. Wir alle wollen respektiert, anerkannt, wertgeschätzt und geliebt werden. Wenn also alle das gleiche brauchen, kann dann das Denken über den anderen so verschieden sein? Zur Aktionswoche des 11. CSD in Cottbus wird es daher wieder Aufgabe sein, Menschen für andere Menschen zu sensibilisieren, Verhaltensweisen bewusst zu machen, Empatie zu fördern und Hemmschwellen abzubauen.

Cottbus ist eine vielfältige, tolerante und weltoffene Stadt - lassen Sie uns gemeinsam dafür eintreten.