3. Fachforum gegen Homo- und Trans*phobie - Austausch mit System

Foto: Stefan Fiedler Comic: Elke R. Steiner

Rund zwanzig Teilnehmende kamen am 30. Juni zum 3. Fachforum gegen Homo- und Trans*phobie im Jugendkulturzentrum Glad House in Cottbus zusammen.

Unter ihnen waren Haupt– und Ehrenamtliche der LSBTIQ-Community (LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intern* und queer), der Verwaltung, Jugendarbeit und Vertreter_innen der Politik.

Foto: Stefan Fiedler

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Die Teilnehmenden beleuchteten ihre eigene Vergangenheit und erzählten einander von ersten Kontakten und Erfahrungen mit LSBTIQ-Themen.

Das war interessant, weil im Raum Menschen anwesend waren, die unterschiedlich alt waren und ganz verschiedene Erfahrungen gemacht hatten.

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Deutlich wurde, dass die Teilnehmenden in den letzten Jahren immer wieder mit Themen vielfältiger Lebensentwürfe konfrontiert wurden. Ob Daheim, auf Arbeit oder in Form von Angeboten, etwa zum CSD Cottbus oder Workshops.
Es sei wichtig, dass jemand immer wieder einlädt, sich kümmert und am Ball bleibe, sagte eine Teilnehmerin. Im Alltag würden die Themen und Probleme von LSBTIQ-Menschen sehr schnell untergehen.

In erster Linie seien es der CSD Cottbus e.V., die AIDS-Hilfe Lausitz und der Landesverband AndersARTiG e.V., die immer wieder zum Dialog anstoßen.
Mit dem seit 2015 laufenden Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und dem Schwerpunkt Homophobie und Trans*phobie im Landkreis Spree-Neiße sei ein weiterer Partner vor Ort, der sich kümmert.

Homo- und Trans*phobie: Wie sieht das aus?

Das Spektrum von Homo- und Trans*phobie ist breit. In erster Linie gehe es bei diesen Phänomenen darum, Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* oder queer (LSBTIQ) sind, abzuwerten, auszugrenzen, zu verletzen oder gar zu töten.

Foto: Stefan Fiedler

Es gehe dabei darum, über LSBTIQ-Menschen Macht zu erlangen und sich selbst zu erhöhen. Wer genauer hinschaut, wird feststellen, dass es vorrangig heterosexuelle Männer mit eigener unsicherer Identität sind, die sich selbst von Schwulen und / oder Trans* bedroht fühlen und daher auf Angriff gehen.

Comic: Elke R. Steiner

Die Teilnehmenden des Fachforums berichteten von unterschiedlichen Erlebnissen. Besonders Schwule und Trans*-Menschen seien betroffen und würden leiden. Beliebtes Schimpfwort auf Schulhöfen sei noch immer „Schwuchtel“ oder „schwule Sau“.

Comic: Elke R. Steiner Comic: Elke R. Steiner

Wer selbst diese Verletzungen erfahren hat, reagiere mit Gegenangriff oder Flucht.

Wegzug, sich zurückziehen, Selbstzweifel und Selbsthass, im verborgenen leben, eine Scheinehe führen, die eigene Körpersprache ändern und das Verhalten an heterosexuellen Normen anpassen, seien nur einige Beispiele dafür, wie sich Menschen Stück für Stück anpassen, isolieren und mit Anpassungsdruck umgehen.

Mit jeder Anpassung gehe ein Stück Freiheit verloren.

Homo- und Trans*phobie: Was kann ich tun?

Ich nehme bewusst(er) wahr und ich reagiere z.B. indem ich mich solidarisch einmische, andere über Mobbing informiere oder mich engagiere. Ich werde selbst aktiv, helfe dabei, dass LSBTIQ-Menschen sichtbar(er) werden (können), schütze ihre Interessen und kläre über vielfältige Lebensweisen auf. Ich rede nicht über LSTBTIQ-Menschen sondern mit ihnen.

FAZIT

Die Veranstaltung hat (auch) Menschen zusammen gebracht, die sich noch nicht kannten. Die Geschichten und Erfahrungsberichte waren wertvoll und haben unterschiedliche Überlegungen angestoßen. Die Problemlagen sind bekannt, die Lösungen brauchen eine breitere Basis, d.h. verlässlichen politischen Willen und eine gesicherte Finanzierung.

Wir entwickeln...

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Die Entwicklung von Konzepten für Kampagnen, Workshops und Aktionen nehmen wir selbst in die Hand.

Wir dokumentieren...

2017 Button dokumentieren web

Unsere Aktionen, Erfolge und unsere Herausforderungen dokumentieren wir. Prozesse werden visualisiert und damit leichter verständlich.

Wir engagieren uns für HIV-positive Menschen

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Wir engagieren uns für mehr Akzeptanz von HIV-positiven Menschen.

Wir begleiten...

2017 Button Begleitung web

Wir begleiten Opfer von Homo- und Trans*phobie in schwierigen Lebenslagen.

Wir fordern...

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Wir gehen gemeinsam auf die Straße und nutzen unser Demonstrationsrecht. Wir machen so zum Beispiel auf Probleme aufmerksam.

Wir gedenken...

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Wir gedenken der Opfer von LSBTIQ*- Gewalt- und Hassverbrechen, die gestorben sind.

Wir informieren...

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Die Allgemeinbevölkerung informieren wir über LSBTIQ-Lebensweisen.

Wir netzwerken...

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Wir pflegen den Kontakt zu unseren Partner_innen und arbeiten vertrauensvoll im Netzwerk zusammen.

Wir schützen...

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Wir stärken und schützen uns gegenseitig. Wir bieten Entwicklungs- und Schutzräume für LSBTIQ*-Menschen an.

Wir bilden...

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Wir bilden aus und klären auf. In Workshops, Foren oder bei Projekttagen gehen wir auf Interessierte zu.

Wir beraten...

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Wir beraten, zum Beispiel beim Coming Out. Wir vermitteln Hilfeangebote.

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Termine

13 Jul 2020
18:30 - 20:30
13. CSD Forum | CSDCB2020
Regenbogenkombinat Brandenburg | Betriebsteil Cottbus

17 Jul 2020
16:00 - 19:00
Trans*-Stammtisch
Regenbogenkombinat Brandenburg | Betriebsteil Cottbus

31 Jul 2020
18:00 - 21:00
Schwulen-Stammtisch
Regenbogenkombinat Brandenburg | Betriebsteil Cottbus

07 Aug 2020
19:00 - 21:00
Lesben-Stammtisch
Regenbogenkombinat Brandenburg | Betriebsteil Cottbus

10 Aug 2020
18:30 - 20:30
14. CSD Forum | CSDCB2020
Regenbogenkombinat Brandenburg | Betriebsteil Cottbus