Anne Werner

c4a Logo Anne WernerDiskriminierung und damit vorurteilsgeleitetes Handeln beginnt für mich nicht erst bei der Faust in meinem Gesicht, sondern bei mangelnder Solidarität, beim Absprechen meiner (unser Aller) Expertise durch Ignoranz, beim Hinweggehen über Ängste, Bedürfnisse und Kritik der queeren Communities der eigenen Bequemlichkeit halber sowie der allgemeinen Untätigkeit gegen Unrecht, weil mensch selbst nicht betroffen ist. Wie kann es im Sinne der Umsetzung des queeren Aktionsplans sein, bestehende Angebote ersatzlos wegzukürzen? Wie kann es im Sinne der Communities sein, queere Strukturen, die in den letzten 25 Jahren mühsam aufgebaut wurden, zu zerschlagen? Braucht das Land Brandenburg keine überregionale Beratungsstelle für queere Menschen oder auch die Fachkräftequalifizierung im Bereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt mehr? Oder sind die aktuellen Entwicklungen lediglich ein Ausdruck einer immer noch systeminhärenten Homo- und Trans*feindlichkeit, also auch des vorurteilsgeleiteten Handelns in Politik und Verwaltung?

Ich fordere alle Entscheidungsträger_innen dazu auf sich diesen Fragen zu stellen.

Der Kampf gegen Diskriminierung beinhaltet immer auch die Arbeit an sich selbst.